die capri-sonnen-therapie [geschichten vom balkon]

"möchtest du was trinken?"
"nein, danke."
"ich habe auch caprisonne da."
"okay, dann nehme ich eine..."

orange wird am meisten getrunken. aber auch monster und die mit dem einhorn stehen hoch im kurs. durst hat keiner, aber so eine caprisonne geht immer. jeder hat sie schon als kind gerne getrunken. damals auf dem spielplatz war die welt ja auch noch in ordnung. es gab briefbücher anstatt whatsapp. man hatte sechs wochen sommerferien und nicht 26 urlaubstage für das ganze jahr.

vielleicht war gerade das größte problem ein fehlender aufkleber im panini-album, den flo aber schon hatte. oder das verlorene kartenspiel gegen christian. oder ein schmerzendes knie, weil mareike wieder geschubst hatte.*

mit einer capri-sonne in der hand erscheint noch heute jedes gespräch etwas leichter. (auch ich sitze gerade mit kirsche vor dem rechner!) es gibt einzel-sitzungen. und wenn mehrere hier sind, ist es eine gruppentherapie.



wir erzählen uns von unserem tag. oder unseren tagen. von beschissenen situationen, über die wir lachen bis wir weinen. wir teilen gedanken. probleme. klamotten. schuhe. eigentlich gibt es nichts, was wir nicht teilen - sharing is caring! wir hören lieder in dauerschleife. binden uns gegenseitig schleifen auf der linken seite. oder schleifen an corsagen, mit denen wir nicht sitzen können. egal, es ist ja auch eine stehparty. wir glühen so vor, dass wir eigentlich nicht mehr auf die piste müssten und machen es dann trotzdem. retten uns gegenseitig vor dem walk of shame am nächsten morgen. wir machen abba-fahrten und begleiten einander zur notaufnahme. sonntags, wo in der notaufnahme so richtig wenig los ist. aber es könnte ja auch ein heißer arzt vor ort sein, den man nicht verpassen darf. oder eine krankenschwester. wir stricken nicht, sondern streichen. pink wird kurzerhand zur sicherheitsfarbe. wir kleben glitzersteinchen an wände. retten eine babykatze und nennen sie jive. wir packen koffer und trinken dabei prosecco. wir finden alles gut, was die anderen machen. was wir nicht gut finden, finden wir mega. bei gebrochenen herzen bestellen wir pizza. dazu gibt es bier. wir haben keine dates, sondern sicherheitstermine. wir geben uns neue namen. stellen statistiken auf, wie wahrscheinlich es ist, dass ein mann wirklich eine rauchen will, wenn er sagt, dass er eine rauchen will. für frauen gilt diese statistik übrigens ebenso. wir haben gefühle für andere. mögen ist ja auch ein gefühl. wir kürzen oft verwendete wortkombinationen ab. fds. vadsv. nfds. afs. fdt. wir geben den anderen überragende tipps für alle situationen, die wir im eigenen leben selber nicht meistern können. für die sicherheit ist es ja nicht schlecht, wenn man sich eine zweite oder dritte meinung einholt.

wir trocknen tränen.


irgendwie sitzen wir noch heute auf dem spielplatz, wenn wir den orangen strohhalm durch die folie der capri-sonne drücken und den ersten schluck nehmen. zusammen schmieden wir pläne: wir klauen flo den sticker aus dem panini-album, treten gemeinsam gegen christian an und schubsen mareike zurück.*

zur info: die capri-sonnen-therapie findet täglich nach absprache statt. :)

macht´s hübsch!







*alle in diesem beitrag verwendeten namen sind frei erfunden. ähnlichkeiten wären zufällig und nicht beabsichtigt.


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beim letzten besuch des möbelschweden ist es wieder extrem aufgefallen: die frisch verliebten hatten ausgang! mann und frau. mann und mann. frau und frau. es war ja schließlich anfang des monats.
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